17.08.2017

shz: „Schwierige Zeiten für die Windkraft“

Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl auf Tour in den Hüttener Bergen / Gespräch bei Denker & Wulf in Sehestedt

Schleswig-Holsteinische Landeszeitung | 17.8.2017 | Sabine Sopha

SEHESTEDT „Windkraft – da geht noch viel mehr“, erklärt die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf ihrer Internetseite. Wie sehen das die Unternehmer? Darüber informierten sich die Grünen-Politiker Luise Amtsberg und Konstantin von Notz gestern Vormittag vor Ort: Sie besuchten, begleitet von ihren Mitarbeitern, den Windparkentwickler Denker & Wulf in Sehestedt.

„Das Thema Windkraft ist unglaublich gewachsen“, bescheinigte Torsten Levsen den schleswig-holsteinischen Spitzenkandidaten der Grünen für
die Bundestagswahl.

Der Vorstandsvorsitzende von Denker & Wulf sprach aber
auch von einem Paradigmenwechsel und machte deutlich, dass das neue Ausschreibungsverfahren für Projekte seiner Ansicht nach die bisher positive
Weiterentwicklung der Branche bremse. Sein Unternehmen ist seit 2009 in Sehestedt ansässig, seit 2011 mit dem markanten Gebäude auf dem Windmühlenberg, und beschäftigt inzwischen 103 Mitarbeiter. Und so sieht Levsen auch eine Verantwortung für die Menschen und die Region. „Ökologie und Wirtschaftspolitik gehören zusammen“, erklärte er.

Damit war er sich mit den Politikern einig. „Wir benötigen viel Energie, um vor allem ältere Mitbürger von einem notwendigen Wandel in der Energiepolitik zu überzeugen“, meinte Konstantin von Notz. Der 46-Jährige ist gebürtiger Möllner und seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages. Seine politischen Schwerpunkte liegen in der Gesellschafts-, Innen- und Rechtspolitik. Luise Amtsberg tritt für die
Bundestagswahl am 24. September auf Listenplatz 1 der Grünen in Schleswig-Holstein sowie als grüne Direktkandidatin für den Wahlkreis Kiel an.
Im Innenausschuss ist sie für die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik zuständig. Die Spitzenkandidatin betonte die großen Zusammenhänge
zwischen den Themen Wirtschaft, Ökologie und Gesellschaft. „Flüchtlingspolitik hat auch mit Klima- und Energiepolitik zu tun.“

Manchmal liegt der Ökostrom auch im Konflikt mit der Natur – wenn es um Fledermäuse oder Vögel geht, das wussten auch die Grünen-Mitarbeiter zu berichten. Wenn die jungen Fledermäuse noch keine Orientierungssinn haben, würden die Anlagen jedoch abgeschaltet, erklärte Torsten Levsen als Beispiel für die Bemühungen um eine intakte Umwelt.

Nach dem Besuch in Sehestedt informierten sich die Grünen-Politiker noch auf dem Angushof der Familie Gosch in Holzbunge und der Bioschlachterei Hüttener Berge in Ascheffel.


Sabine Sopha